Der Tier-Blog

Meine persönliche Meinung rund um´s Thema Hunde & Katzen.

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Von Bianca Wolff

Preisanpassung, Realität und ein bisschen Klartext

Gedanken aus dem Alltag einer Tierbetreuerin

Hinweis:
Diesen Beitrag habe ich ursprünglich in einer Phase geschrieben, in der vieles gleichzeitig auf mich einprasselte. Heute – ein paar Jahre später – habe ich ihn überarbeitet. Damals war ich wütend, erschöpft und auch ein Stück weit verzweifelt.
Heute bin ich nicht mehr an diesem Punkt. Ich habe durchgehalten. Und obwohl es nicht leicht war – ich bin noch da. Der Text ist also eine Mischung aus Rückblick und aktuellem Stand – und vielleicht hilft er dir dabei, die Lage besser zu verstehen.

Wenn man selbst als Kundin unterwegs ist, in anderen Lebensbereichen, merkt man ganz schnell: Alles wird teurer. Und zwar deutlich. Das trifft nicht nur Haushalte – sondern auch kleine Betriebe wie meinen.

Damals hatte ich gerade meine zweite Preisanpassung innerhalb von fast neun Jahren angekündigt.
Heute ist klar: Ich werde meine Preise regelmäßig anpassen müssen – jährlich, angepasst an die wirtschaftliche Lage. Nicht, weil ich will – sondern, weil ich muss.

Denn: Strom, Futter, Heizung, Material – alles hat sich massiv verteuert.
Und es wäre nicht fair, diese steigenden Kosten dauerhaft allein zu tragen.

Ich weiß, dass Tierhalter in der aktuellen Lage auch aufs Geld schauen müssen. Viele haben weniger zur Verfügung. Aber: Ich beobachte auch, dass für Leinen, Halsbänder oder stylische Accessoires oft erstaunlich viel Geld da ist – während bei der tatsächlichen Betreuung über den Preis diskutiert wird.
Verkehrte Welt? Manchmal schon.

Was sich nicht geändert hat – und auch nicht ändern wird:

  • Mein „Alles inklusive“-Prinzip. Keine Zusatzkosten für Heizung, Körbchen, oder Futterumstellung.
  • Ein Preis – transparent, fair, klar.
  • Keine Kompromisse bei der Qualität. Auch wenn alles teurer wird.

Ich arbeite fast 365 Tage im Jahr.
Ich ersetze regelmäßig meine Staubsauger (und das sind keine Billig-Geräte).
Körbchen, Näpfe, Matten, Decken – all das wird laufend verschlissen.
Und: Die Futterpreise sind teils um 30–40 % gestiegen.

Und trotzdem denken manche:
„Du darfst den ganzen Tag mit Hunden kuscheln – und bekommst auch noch Geld dafür?!“
Wer so denkt, hat keine Ahnung, was diese Arbeit wirklich bedeutet.

Ich liebe, was ich tue. Aber es ist weit mehr als Tierliebe.
Es ist Bürokratie, Verantwortung, Planung, Absprache mit Kunden, Notfallmanagement, Hygienekontrolle, gesetzliche Vorgaben, Dokumentationspflicht – und oft genug: Verzicht auf Privatleben.

Während andere in den Urlaub fliegen, sitze ich Zuhause – weil Hunde eben nicht „pausieren“.
Und wenn ich mal investiere, dann meist in den Betrieb – nicht in Wellnesswochenenden.

Damals, zu Beginn der Coronazeit, hatte ich prophezeit, dass es später zu echten Engpässen kommen würde. Denn ja: Es wurden viele Haustiere angeschafft – aber sie wurden nicht in Betreuung gegeben. Warum? Homeoffice. Die Leute waren ja daheim.

Die Nachfrage kam mit Verzögerung – aber sie kam.
Heute ist sie da. Und sie ist hoch. Gleichzeitig sind viele Kolleginnen weg:

  • Pleite.
  • Überfordert.
  • Frustriert.
  • Aufgegeben.

Ich bin geblieben. Aber ich stehe auf einem wackeligen Fundament.

Warum?

Weil ich z. B. dringend umbauen müsste. Platz schaffen, erweitern, modernisieren. Aber: Es gibt keine Kredite.
Die Banken fordern Eigenkapital. Corona hat mich Rücklagen gekostet. Und ja – jetzt sollen sogar Teile der Soforthilfen zurückgezahlt werden, obwohl sie damals ohne solche Bedingungen versprochen wurden.
Das ist bitter. Und es darf auch mal gesagt werden.

Dazu kommt:
Der Markt verändert sich.

Es gibt sie immer noch – die Hausfrauen, Studenten und Hobbybetreuer, die für 15 Euro am Tag mal „ein bisschen Hundesitting“ anbieten.
Aber bitte:

  • Denkt an Haftung.
  • An Ausbildung.
  • An Erfahrung.
  • An Zuverlässigkeit.

Es geht um Lebewesen. Und um Vertrauen.
Wer will da ernsthaft aufs Billigste setzen?

Ein weiteres Thema:
Viele Corona-Hunde haben nie gelernt, allein zu bleiben.
Zwei bis drei Stunden sind für manche eine echte Herausforderung. Das betrifft euch als Halter – aber auch mich als Betreuung. Diese Hunde brauchen mehr Struktur, mehr Geduld – und oft mehr Betreuung im Rudel.

Und jetzt?
Jetzt läuft es. Nicht perfekt. Aber stabil. Ich habe vieles überstanden – auch wenn ich das emotional noch nicht ganz verarbeitet habe. Es war eine harte Zeit. Und ich spreche das offen aus. Ohne Jammern, aber mit Rückgrat.

Ich habe mein Angebot immer wieder angepasst – ohne meine Werte zu verlieren. Ich mache keine halben Sachen. Und ich werde weiter alles tun, um meine Kundinnen und Kunden bestmöglich zu unterstützen.

Wenn du bis hier gelesen hast: Danke.
Für dein Interesse, dein Verständnis – und vielleicht auch für die Entscheidung, mich zu unterstützen, statt zu vergleichen.

Und falls du gerade überlegst, ob du rechtzeitig buchen solltest:
Ja, solltest du.
Besonders in den Ferienzeiten gilt:

  • Wer zuerst kommt, bekommt den Platz.
  • Wer wartet, muss vielleicht improvisieren.