Der Tier-Blog

Meine persönliche Meinung rund um´s Thema Hunde & Katzen.

Kontakt Bianca Wolff

Von Bianca Wolff

Mit dem Hund auf die Kirmes?

Yeah! Der Frühling kommt, und langsam lockt die Sonne die Menschen wieder auf die Straße. Jedes Wochenende gibt es andere tolle Veranstaltungen: vom Flohmarkt bis zur Kirmes, über Frühlings- oder Herbstmärkte. Und im Winter zieht es uns gerne raus auf die Weihnachtsmärkte.

Leider sieht man regelmäßig in großen Menschenmassen Leute mit Hund. Meiner Wahrnehmung nach, finden die meisten Menschen das nicht gut, aber es gibt immer wieder Leute die dagegen halten. Wie bei allem im Leben gibt es Pro und Kontra. Meine Meinung dazu ist allerdings dazu recht klar: Hunde haben auf einem Volksfest nichts zu suchen – es sei denn, sie sind extra dafür ausgebildet – als Rettungs- oder Polizeihunde zum Beispiel.

Hunde gehören nicht auf solche Veranstaltungen, weil dort eine extreme Stresssituation für sie herrscht.

Hunde hören, riechen und sehen empfindlicher – solche Veranstaltungen sind eine völlige Reizüberflutung.

Die meisten Hunde sind im Alltag ziemlich entspannt, aber setzt man sie solch einem unzumutbaren Stress aus, kann ein Tier unvorhersehbar reagieren.

Dazu stelle ich mir folgende Fragen:


– Möchte der Hundehalter, dass sein Hund auch mal was erlebt?

– Kann der Hund nicht alleine bleiben und muss deshalb mit?

– Möchte der Hundehalter sich profilieren (Prestigeobjekt)?

– Was für einen sinnvollen Grund kann ein Hundehalter haben, sein Tier mutwillig solch einer Reizüberflutung auszusetzen?

Weihachtsmarkt
Kirmes

Ich habe schon das Argument gehört: „Mein Hund soll an so eine Situation gewöhnt sein.“ – Aber warum?

Es gibt im Alltag nur wenige Ausnahmen, wo ein Hund genau in solche Situationen muss. Aber doch bitte nicht 2 x im Jahr als Familienausflug. Da sollte er dann auch bitte zu Hause bleiben.

Wenn ein Hund aus Übungsgründen unter so viele Leute soll, dann muss es einen guten Grund dafür geben. Wenn es für den Job oder eine ehrenamtliche Arbeit ist, wird so etwas normalerweise sukzessive und gezielt unter Anleitung trainiert. So ein Training sollte unter keinen Umständen mit der ganzen Familie, womöglich noch inklusive Kinderwagen trainiert werden. Der Hund benötigt dabei die komplette Aufmerksamkeit. Es darf nicht an Buden gestöbert werden, denn es ist „Arbeit“. Optimal ist es, dies dann auch z. B. durch eine Warnweste den anderen Besuchern zu signaliseren.

Leider erlebe ich bei meiner täglichen Arbeit allzu häufig, dass viele Hunde die einfachsten Sozialkompentenzen nicht besitzen. Und zwar tatsächlich nicht mal in ihrer eigenen Sprache (es geht oft um Respekt und körperliche Distanz). Wenn dann ein Hund so einer Stresssituation ausgesetzt wird, wo die allermeisten Hundehalter nicht mal die Körpersprache ihres eigenen Tieres verstehen (ja, ich weiß, jetzt kommen die ganzen „doch, ich wohl“), dann halte ich dies für sehr fahrlässig, verantwortungs- und rücksichtslos.

Auf so einem Fest kommen tausende Gerüche und unberechenbare Bewegungen zusammen. Der 1,80 m große Besitzer hat natürlich den menschlichen Überblick und entscheidet von oben herab, dass doch alles gut ist. Der Hund mit 50 cm Stockmaß sieht aber nur Beine, hektische und schreiende Menschen (-kinder) und weiß oft überhaupt nicht, was los ist. Von der Couch in ein Panikumfeld – aus seiner Sicht.

Natürlich gibt es Hunde, die solche Situationen ganz entspannt mitmachen, und damit gut zurechtkommen. Dennoch spricht eine Menge dagegen, den Hund mitzunehmen. Es gibt viele Menschen mit Angst vor Hunden – auch Kinder. Man sollte Fremde nicht mit dieser Situation konfrontieren, wo sie nicht mit einem Hund rechnen wollen oder müssen. Weiterhin besteht eine erhöhte Verletzungsgefahr für Mensch und Hund. Wer musste nicht schon mal ganz plötzlich einem Hund ausweichen, der aus dem Nichts auftauchte? Hier besteht ein Verletzungsrisiko für Mensch und Tier.

Bitte bedenkt vor dem Besuch von einer Veranstaltung mit vielen Menschen,

ob ihr euren Hund wirklich in so eine Situation bringen müsst.

Biergarten

Wenn der Hund nicht gut alleine bleiben kann, empfiehlt sich ein entsprechendes Hundetraining mit einem Fachmann, oder eine Hundepension mit Tagesbetreuung.

Bianca
Scroll Up